Wann einsetzen
Nutze Spektrallinien zu Beginn deiner Veranstaltung als Energizer und Kennenlernübung. Die Übung ist besonders nützlich, um:
- Den Teilnehmenden ein Gefühl dafür zu geben, wer im Raum ist
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten sichtbar zu machen
- Die Teilnehmenden in Bewegung und ins Gespräch zu bringen
- Nach langem Sitzen „aufzuwecken”
So geht’s
- Stelle den Teilnehmenden eine Frage, z. B.: „Wie weit bist Du gereist, um zu dieser Veranstaltung zu kommen?”
- Bitte die Teilnehmenden, sich in einer Reihe aufzustellen, die das Spektrum der Antworten repräsentiert: „Wenn Du 5 Minuten von hier entfernt wohnst, stell Dich auf diese Seite des Raums. Wenn Du vom anderen Ende der Welt eingeflogen bist, stell Dich auf jene Seite. Wenn es etwas dazwischen ist, finde Deinen Platz auf der Spektrallinie.”
- Um ihre Position zu finden, müssen sich die Teilnehmenden über ihre Antworten austauschen – das initiiert automatisch Gespräche und gegenseitiges Kennenlernen.
- Nachdem die Teilnehmenden ihre Position gefunden haben, wähle ein paar Leute aus, die kurz erklären, wo sie stehen und warum.
- Fahre dann mit der nächsten Frage fort.
Beispielfragen vom WMS24
- Wie weit bist Du gereist, um hierher zu kommen?
- An wie vielen Summits/Konferenzen hast Du teilgenommen?
- Wie vertraut bist Du mit dem Thema Governance?
- Wie gut gelingt es Dir, Dankbarkeit zu zeigen und Beiträge anderer zu würdigen?
- Wie leicht fällt es Dir, anderen zu vertrauen und die Kontrolle abzugeben, wenn Dir etwas wichtig ist?
Tipps
- Diese Übung funktionierte beim WMS24 sehr gut, um die Leute „aufzuwecken”, nachdem sie lange gesessen hatten – die Teilnehmenden schienen den Austausch zu genießen.
- An die Frage „Auf wie vielen Summits warst Du schon?” schloss der MC an, für wen es das erste Summit war, und die Neulinge wurden mit großem Applaus begrüßt. Solche Gesten sind wichtig, um bei Fragen von Erfahrung keine impliziten Hierarchien zu generieren.
- Je weiter die Fragen gingen, desto herausfordernder wurden sie, aber die Teilnehmenden waren bereits aufgewärmt genug, um mitzumachen – eine Gelegenheit, den Geist des „Gut genug ist perfekt” zu fördern.
- Insbesondere die Frage nach Dankbarkeit und Wertschätzung blieb bei den Menschen hängen und inspirierte viele, sich auf dem Summit offener zu zeigen.
- Beginne mit leichten, faktenbasierten Fragen und steigere die Tiefe schrittweise.
Online-Alternative
Die körperliche Qualität der Übung geht online teilweise verloren, aber es gibt gute digitale Alternativen:
- Slider-Umfragen (z. B. Particify): Die Teilnehmenden positionieren sich auf einer Skala. Die Ergebnisse werden in Echtzeit als Verteilung angezeigt.
- Whiteboard-Spektrum: Erstelle eine Linie auf einem digitalen Whiteboard (z. B. Excalidraw). Die Teilnehmenden ziehen ihren Avatar oder eine Markierung an die passende Position.
- Emoji-Reaktionen oder Chat-basierte Positionierung: Teilnehmende schreiben ihre Antwort in den Chat (z. B. eine Zahl von 1–10).
Wichtig: Die Online-Version liefert Daten, aber nicht das gleiche Gefühl, den Raum sich neu arrangieren zu sehen. Zeige die Ergebnisse wenn möglich als sich live aufbauende Verteilung (viele Umfrage-Tools animieren die Ergebnisanzeige), um etwas von der visuellen Dynamik einzufangen.